Liebe Beterin, lieber Beter,
kennen Sie das: diese innere Kraftanstrengung, die es kostet, um in einer persönlichen Krisenzeit nicht „hinzuschmeißen“ und nicht zu resignieren? Die Willenskraft, die gefordert ist, um der Mutlosigkeit, der Verzagtheit oder der Furcht die Stirn zu bieten und nicht aufzugeben, obwohl das Schicksal offenbar unabänderlich über das eigene Leben hereingebrochen ist?
Solche Krisenzeiten – ob sie uns im eigenen Leben, im Leben unserer Lieben oder im großen Weltgeschehen begegnen – gehören zu den herausforderndsten, aber auch kostbarsten Augenblicken im Leben: weil wir angesichts dieser Herausforderungen die innere Wahl haben, wie wir uns ihnen gegenüber verhalten, wie wir uns zu ihnen stellen und welche Antwort wir persönlich auf sie geben.
Viktor Frankl, der Begründer der Logotherapie, beschreibt das so: „In diesen Zeiten der Krise, unter ihren Wehen, wird immer auch schon eine neue Zeit geboren. Gerade in solchen Zeiten wird jeder Einzelne mit einer unerhörten, großen und schweren, aber herrlichen Verantwortung belastet: Von jedem Einzelnen hängt es ab, was aus dieser Zeit hervorgeht.“ Wie auch immer die Umstände im Leben sind – immer hängt es von mir ab, welche Form und Gestalt, welchen Sinn ich ihnen verleihe und „wofür“ ich sie nutze: für das Wohl der Anderen, für das Voranbringen einer Sache oder auch dafür, um selbst innerlich zu wachsen.
Was wäre aus dem Volk Israel geworden, wenn Mose zur Zeit der Gefangenschaft in Ägypten nicht den Mut gehabt hätte, auf Gottes Wort zu vertrauen und trotz aller Gefahren sein „Hier bin ich“ zu sprechen (Ex 3,4)? Welche Zukunft hätte Juda gehabt, wäre Jesaja nicht dem Ruf Gottes gefolgt und hätte in Zeiten politischer Bedrohungen und moralischen Verfalls wider alle Hoffnungslosigkeit Umkehr und Rettung gepredigt (Jes 6,8)? Wäre aus Saulus jemals der Völkerapostel Paulus geworden, hätte Hananias nicht seine Angst überwunden, Saulus aufgesucht und ihm das Augenlicht im Auftrag Gottes zurückgeschenkt (Apg 9,10)?
Gerade in Krisenzeiten – ob es die eigenen, die der anderen oder die eines ganzen Landes sind – setzt Gott auf uns, auf unsere Entscheidung, auf unser „Hier bin ich“. Auch wenn es uns Überwindung und Kraft kostet und auch, wenn wir selbst nicht erkennen können, ob und welche Frucht unsere Antwort tragen wird: Unser „Ja“ zur Liebe, zur Hoffnung, zur Zuversicht und zum Leben – trotz aller Widrigkeiten – wird immer entscheidend dafür sein, die Welt an einer bestimmten Stelle besser und heller und die Menschen um uns herum froher und glücklicher zu machen. Unser „Ja“ zum Leben und unser „Ja“ zum Ruf Gottes, Seine Liebe in die Welt zu tragen, wird nie vergebens sein – werden wir es sprechen?
DANKE FÜR IHR GEBET:
Maria*: Sie hat sich für ihr Kind entschieden. Sie teilte der Beraterin glücklich mit, dass ihr Mann ihr eine sehr liebe Karte einen Tag vor dem Abtreibungstermin geschrieben hat. Die beiden werden nun in einer Paartherapie ihre Kommunikationsprobleme angehen. Maria ist unendlich froh und schreibt, dass Profemina ihr geholfen hat, in ihrer Krisenzeit nicht aufzugeben.
Edith: Sie hatte sich zaghaft für ihr Kind entschieden, dann aber leider eine Fehlgeburt erlitten.
Zu Mareike, Nora und Stefanie ist der Kontakt derzeit leider abgebrochen. Bitte tragen Sie diese Frauen weiterhin in Ihrem Gebet.
Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für eine fruchtbare Fastenzeit
Ihr
Dr. Markus Arnold
PS: Mara* ist eine von vielen Frauen, die uns gleichsam vorlebt und zeigt, welche Frucht es bringt, inmitten einer Krise ein „Ja“ und ein „Hier bin ich“ zu sprechen:
„Heute haben wir mit dem süßen Lämmlein gespielt, das Sie uns geschenkt haben. Da musste ich an Sie denken. Im Januar haben wir Amalias ersten Geburtstag gefeiert. Sie ist so ein aufgewecktes, liebevolles, offenes, kleines Mädchen und zieht sofort jeden in ihren Bann. Nach all dem Auf und Ab haben wir nun ruhigere Gewässer erreicht. Nochmal ein herzliches Dankeschön für die Zeit, in der Sie mir beigestanden haben in der Schwangerschaft. Amalia hat uns komplettiert.“
*Die Namen und alle persönlichen Angaben wurden geändert.
GEBETSBRIEF MÄRZ
